Dellbrücker Heide
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22.06.2017, 21:28 Uhr

Waldbrand in der Dellbrücker Heide

Fakten zum Feuer im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide am 21. Juni...

Brandfläche an Hohleweg 4 und 5
© Holger Sticht
Am späten Nachmittag des 21. Juni ist im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide ein Feuer ausgebrochen. Nicht, wie einige Medien berichteten, am Höhenfelder See. Auch befindet sich kein Wald an der Brandstelle, sondern Heide.

70 Einsatzkräfte mit 20 Einsatzwagen löschten den Brand innerhalb von zwei Stunden. Eine Wasserleitung wurde von der Brandstelle im Norden des Naturschutzgebiets zum Hydranten am Höhenfelder Mauspfad gelegt. Die Feuerwehr gab an, es handele sich um etwa 500 qm Brandfläche. Es sind tatsächlich rund 300, beide Größenordnungen sind in der Dellbrücker Heide Normalität und auch in 2017 bereits vorgekommen. 

Brandfläche an Hohlweg 1 am 30. März 2017
© Holger Sticht
Flächenbrände sind für Heiden ein typisches und natürliches Ereignis. Insofern ist es nicht überraschend, dass auch die Polizei nicht von einer Brandstiftung ausgeht. Erst Anfang April 2017 war es in der Wahner Heide zu einem weitaus größeren Feuer gekommen. 

Der Mensch hat seit jeher ein gespaltenes Verhältnis zu Feuer. In jedem Falle hat er es gern unter Kontrolle. Feuer ist aber so alt wie unser Planet und als natürlicher dynamischer und daher auch wichtiger Einfluss ist es inzwischen Mangelware in unseren Ökosystemen.

In der Feuerökologie macht man sich die positiven Eigenschaften des Feuers gezielt zu Nutze, um die biologische Vielfalt zu fördern. Zwar kann es um diese Jahreszeit zu Verlusten bei Insekten, Amphibien und Reptilien kommen, auf der anderen Seite entstehen durch Brände wichtige Lebensraumstrukturen, an welche viele heute selten gewordene Arten angepasst sind. Im Naturschutzgebiet Drover Heide bei Düren, ebenfalls ehemaliger belgischer Truppenübungsplatz und heute Naturerbefläche der NRW-Stiftung, setzt man gezielt Feuer ein, um Heideflächen zu erhalten, weil es die natürlichste, effektivste und kostengünstigste Methode ist.

Brandfläche in der Dellbrücker Heide nach einem Jahr: Sandbienennester und Bauernsenfblüte
© Holger Sticht
Gerade die meist konkurrenzschwachen Heidearten profitieren davon, wenn durch Feuer konkurrenzstärkere Pflanzenarten und Rohhumus reduziert werden. Die Zwergstrauch- und Ginsterarten sowie zahlreiche Blütenpflanzen der Sandtrockenrasen zählen hierzu, aber auch die vielen Wildbienenarten, für die die Dellbrücker Heide vielfach eines der letzten Refugien darstellt. 

Beim nächsten Dellbrücker Heidespaziergang informiert der BUND über das Feuer und seine Auswirkungen, die vom Wanderweg und einer Aussichtsstelle aus begutachtet werden können.

Hier geht es zur Berichterstattung in Report-K, in deren Video eine Zauneidechse die Brandfläche erkundet 

HS
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Sa, 16.12.2017
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Ausgezeichnetes Projekt: UN-Dekade Biologische Vielfalt 2014
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