06.07.2026, 12:22 Uhr

Bunte Vielfalt der Trockenheitsliebhaber

Zahlreiche Insektenarten profitieren, wenn es warm und trocken ist...drei Beispiele aus der Dellbrücker Heide...

Bienenwolf-Goldwespe auf Wiesen-Schafgarbe
Bienenwolf-Goldwespe auf Wiesen-Schafgarbe
© Holger Sticht
Viele Menschen und manche Tierarten "ächzen" unter den derzeit hohen Temperaturen. Für andere Tierarten, insbesondere viele Insektenarten gilt das Gegenteil, so zum Beispiel für viele Bienen und Wespen.

Die Bienenwolf-Goldbiene (Hedychrum rutilans) parasitiert bei uns nur am Bienenwolf (Philanthus triangulum). Die Weibchen legen ihre Eier an die Beute dieser Grabwespenart ab, während die Goldwespen zur eigenen Ernährung gerne Doldenblütler aufsuchen. Die Beute des Bienenwolfs sind Honigbienen, die er in einer selbst gegrabenen, bis zu einem Meter tiefen und in mehrere Brutkammern aufgeteilten Röhre im Flugsand deponiert. Dafür muss es sich um nicht oder nur schütter bewachsene Feinsandböden handeln.

Bienenwolf auf Gelber Resede
Bienenwolf auf Gelber Resede
© Sylvia Marinova
Der Bienenwolf selbst ist, wie die Goldwespen, Vegetarier und lebt u.a. vom Nektar diverser Blütenpflanzen.

Die Natternkopf-Mauerbiene (Osmia adunca) sammelt Pollen und Nektar ausschließlich am Blauen Natternkopf (Echium vulgare). Diese ist eine meist zweijährige Pflanze trocken-warmer Ruderalfluren, d.h. sie kann nur keimen, wenn der Boden geöffnet bzw. vegetationsfrei ist. Für die Eiablage nutzt die Natternkopf-Mauerbiene häufig verlassene Brutröhren anderer Bienenarten im Sandboden oder Totholz. 

Oben Erdhummel und Ackerhummel, unten Natternkopf-Mauerbiene auf Blauem Natternkopf
Oben Erdhummel und Ackerhummel, unten Natternkopf-Mauerbiene auf Blauem Natternkopf
© Holger Sticht
Der Trockenheit und Hitze zum Trotz herrscht in der Dellbrücker Heide auch in diesem Hochsommer wieder ein Blütenreichtum vor, der von entscheidender Bedeutung auch für die genannten Insektenarten ist. Mit etwa 500 Gefäßpflanzenarten, darunter 50 gefährdeten, ist die Dellbrücker Heide eines der artenreichsten Gebiete der Region. Möglich wird dies nur durch die vielfältigen Management-Maßnahmen des BUND. Denn nur durch das Nachstellen natürlicher dynamischer Effekte, zu welchen u.a. das Zurückdrängen von Gehölzarten und das Herstellen von Rohboden zählt, wird diese Vielfalt ermöglicht.