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09.11.2017, 19:40 Uhr

Gro├?er Fuchs ist Schmetterling des Jahres 2018

BUND und Schmetterlingsforscher k├╝rten die in NRW vom Aussterben bedrohte Art, die auf Teilen der Heideterrasse noch vorkommt...

Gro├?er Fuchs
© R. Manderbach, www.deutschlands-natur.de
Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westf├Ąlischer Lepidopterologen e.V. den Gro├?en Fuchs(Nymphalis polychloros) zum Schmetterling des Jahres 2018 gek├╝rt. Mit der Auszeichnung m├Âchte die Stiftung auf die schlechte ├?berlebensprognose der Schmetterlingsart aufmerksam machen. In Deutschland steht der "Gro├?e Fuchs" auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere; in Nordrhein-Westfalen ist er vom Aussterben bedroht. Seine langfristige Bestandsentwicklung sch├Ątzt das Bundesamt f├╝r Naturschutz als "sehr stark r├╝ckl├Ąufig" ein. Der Gro├?e Fuchs kommt nicht h├Ąufig vor, ist aber weit verbreitet. Er lebt in trockenwarmen halboffenen Landschaften, an sonnigen Waldr├Ąndern aber auch in naturnahen G├Ąrten und auf Streuobstwiesen in weiten Teilen Europas und Asiens.

Raupe des Gro├?en Fuchses
© W. Sch├Ân
W├Ąhrend die meisten der 180 in Deutschland lebenden Tagschmetterlingsarten die kalte Jahreszeit als Raupen verbringen, ├╝berwintert der Gro├?e Fuchs als ausgewachsener Falter. Daher braucht er schon im zeitigen Fr├╝hjahr Nahrung. Die erste Futterquelle sind bl├╝hende Weidenk├Ątzchen. "Leider entfernen F├Ârster Salweiden h├Ąufig, da ihr Holz nur wenig Geld einbringt. Das ist ein Hauptgrund f├╝r den R├╝ckgang der Best├Ąnde des Gro├?en Fuchses", sagte Jochen Behrmann von der BUND NRW Naturschutzstiftung. "Um dem Gro├?en Fuchs zu helfen, sollten Weichholzarten wie die Salweide nicht mehr unbedacht abgeholzt werden", so der Naturschutzexperte. Eine weitere Ursache f├╝r den Bestandsr├╝ckgang des Falters ist der Verlust seines Lebensraumes durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und den Fl├Ąchenverbrauch f├╝r Siedlungsbau und Verkehr.

Der Gro├?e Fuchs ist eine der wenigen Schmetterlingsarten, die sich nicht nur von Nektar ern├Ąhren, sondern auch von Baums├Ąften, Exkrementen und Aas. Mit 50 bis 55 Millimetern Fl├╝gelspannweite geh├Ârt der Falter zu den gro├?en Schmetterlingen. Im Fr├╝hjahr sonnen sich die Schmetterlinge mit aufgefalteten Fl├╝geln an Baumst├Ąmmen und lassen sich dann gut beobachten. Die Fl├╝geloberseiten sind orange und tragen schwarze und gelblichwei├?e Flecken sowie am Hinterfl├╝gelrand eine schwarze Binde mit bl├Ąulichen Flecken. Der "Gro├?e Fuchs" sieht dem viel h├Ąufigeren "Kleinen Fuchs" zwar sehr ├Ąhnlich, ist aber nicht n├Ąher verwandt.

Eigelege des Gro├?en Fuchses
© E. Rennwald
Die Weibchen legen im April und Mai ihre Eier rund um d├╝nne Zweige in den Kronen von Salweiden, Pappeln oder Obstb├Ąumen ab, den Futterpflanzen der Raupen. Diese leben zun├Ąchst gesellig in einem Netz aus Spinnf├Ąden und verpuppen sich im Fr├╝hsommer. Sie sind dann etwa 45 Millimeter lang, schwarzgrau und tragen mehrere Reihen orange gef├Ąrbter ver├Ąstelter Dornen. Zwei bis drei Wochen sp├Ąter schl├╝pfen die Schmetterlinge. Sie ziehen sich aber schon fr├╝h in ihre ├?berwinterungsquartiere zur├╝ck, so dass der Gro├?e Fuchs im Herbst nur selten zu beobachten ist.

Klaus Hanisch konnte den Gro├?en Fuchs in der Vergangenheit in der Wahner Heide, im D├╝nnwalder Wald und im K├Ânigsforst beobachten: Tagfalter der s├╝dlichen Heideterrasse 

Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westf├Ąlischer Lepidopterologen k├╝ren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Arten aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die H├Ąlfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungef├Ąhrdet.

Weitere Informationen finden Sie bei der BUND NRW Naturschutzstiftung

Gro├?er Fuchs in der Wahner Heide, P Brander Weg 31.03.12
© Klaus Hanisch
HS