DellbrŘcker Heide
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04.08.2017, 12:03 Uhr

Heidebl├╝te beginnt

Die violette Heidebl├╝te der Calluna lockt jedes Jahr im Sp├Ątsommer...

Sandbiene in Heidebl├╝te
© Infozentrum Wahner Heide
Nun ist es wieder soweit: die beliebteste aller Heidebl├╝ten findet im August und September statt. Dabei hat fast jeder Monat des Sommerhalbjahres eine eigene Bl├╝tenpracht zu bieten. Doch die des Zwergstrauchs bleibt die popul├Ąrste. Heimatfilme und Gedichte widmeten sich ihr in der Vergangenheit zahlreich, heute d├╝rften youtube-Videos beliebteres Ausdrucksmittel sein. 

Das Heidekraut (Calluna vulgaris), auch Besenheide genannt, ist ├╝brigens nicht die Erica. Die Bl├╝te der Glockenheide (Erica tetralix) liegt 3-4 Wochen fr├╝her und ist nicht auf trockenen Sand-, sondern eher auf staunassen B├Âden zu finden. Auch oft fl├Ąchig, wie in der Wahner Heide, und in selber Farbe.

Fliegenbergheide
© Holger Sticht
Zwergstrauchheiden sind heute ein EU-weit besonders gesch├╝tzter Lebensraum, der zahlreichen seltenen Artengemeinschaften Refugium bietet. Deswegen bem├╝ht man sich auch in der Wahner Heide und in der Dellbr├╝cker Heide, Heidefl├Ąchen zu bewahren und ehemalige, inzwischen bewaldete oder aufgeforstete Heidefl├Ąchen wiederherzustellen.

Mit der ber├╝hmten Heidschnucke allein, der an karge Kost angepassten Schafrasse, funktioniert dies nicht. Denn Calluna keimt nur im humusfreien Rohboden. Daf├╝r muss die Vegetationsdecke und die Humusschicht aufgerissen oder abgetragen werden. Fr├╝her geschah dies bspw. bei der Herstellung von Ackerland und der nachfolgenden Bewirtschaftung (Plaggenwirtschaft und Schiffelwirtschaft).

Heidebl├╝te im K├Ânigsforst
© Holger Sticht
Diese traditionellen Landwirtschaftsformen werden heute oft maschinell ersetzt, wenn man es mit gro├?en Fl├Ąchen wie bspw. der L├╝neburger Heide zu tun hat. Oder, eigentlich viel effektiver, man bedient sich des nat├╝rlichen Einflusses des Feuers, indem man bei g├╝nstigen Witterungsverh├Ąltnissen im Winter gezielt brennt. Auch die Wiederherstellung des urspr├╝nglichen Pflanzenfresserreichtums mit Bibern, Schweinen, Pferde-, Rinder- und Hirscharten und damit der vielf├Ąltigen Einfl├╝sse auf die Vegetationsdecke schafft zumindest kleinfl├Ąchig geeignete Bedingungen f├╝r Zwergstr├Ąucher.

Auch in Gebieten wie dem K├Ânigsforst, der Schluchter Heide oder dem Lohmarer Wald, in welchen fast alle ehemaligen Heidefl├Ąchen aufgeforstet worden sind, findet man stellenweise Heidekraut - und viel seltener Erica. Denn sie treten auch als Pionierpflanze auf, bspw. wenn B├Ąume durch einen Sturm entwurzelt wurden und der Rohboden frei gelegt wird.

Dellbr├╝cker Heidebl├╝te
© Tanja Gerlach
Wer Heidefl├Ąchen erleben will, dem seien unsere Exkursionen ans Herz gelegt.

HS